Rader Hochbrücke: Mittelstück erfolgreich vom Schwerlasthafen Rendsburg zur Baustelle transportiert

Am 14. Juli 2026 richteten sich die Blicke zahlreicher Zuschauer, Medienvertreter und Projektbeteiligter auf den Schwerlasthafen Rendsburg: Das rund 1.250 Tonnen schwere Mittelstück der neuen Rader Hochbrücke wurde erfolgreich auf einen Ponton verladen und zur Baustelle transportiert. Ein weiterer wichtiger Meilenstein für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Norddeutschlands.

Etwa ein Drittel des Brückenelements steht bereits auf dem Schwimmponton.Für die Verladung wurde ein Spezialponton im Nord-Ostsee-Kanal positioniert, auf den das Brückenelement mit ferngesteuerten Schwerlastmodulen bewegt wurde. © Brunsbüttel Port

Mit der Verladung des rund 118 Meter langen und etwa 1.250 Tonnen schweren Mittelstücks der neuen Rader Hochbrücke hat der Schwerlasthafen Rendsburg erneut seine Bedeutung für anspruchsvolle Infrastrukturprojekte unter Beweis gestellt. Seit dem vergangenen Jahr wurde das Brückensegment auf den schwerlasttauglichen Flächen des Hafens montiert, bearbeitet und für den Weitertransport vorbereitet.

Für die Spezialverladung kamen sogenannte SPMTs (Self-Propelled Modular Transporter) des Unternehmens Fahrenholz zum Einsatz. Die ferngesteuerten Schwerlastmodule bewegten das Brückenelement mit höchster Präzision von der Terminalfläche auf einen Transportponton. Dabei war absolute Konzentration gefragt: Mit einer Geschwindigkeit von lediglich rund 0,5 km/h wurde die Last Schritt für Schritt in Richtung Kaikante bewegt. Während das Brückenelement auf den Ponton überging, musste dieser kontinuierlich durch Ballastwasser ausbalanciert werden, um das erforderliche Höhenniveau zur Kaikante zu halten. Für die Durchführung des Umschlags wurde die Schifffahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal zeitweise eingestellt.

Die Verladung machte zugleich die Standortvorteile des Schwerlasthafens Rendsburg deutlich. Die direkte Anbindung an den Nord-Ostsee-Kanal ermöglicht den Transport von Projektladungen und schweren Großbauteilen auf dem Wasserweg – eine Logistiklösung, die bei Projekten dieser Größenordnung erhebliche Vorteile bietet.

Das große öffentliche Interesse spiegelte die Bedeutung des Projekts wider. Zahlreiche Medien begleiteten die Verladung vor Ort. Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen verschaffte sich persönlich einen Eindruck von den Arbeiten am Schwerlasthafen Rendsburg.

Mit dem erfolgreichen Transport und Einhub des Mittelteils wurde ein wichtiger Meilenstein beim Neubau der Rader Hochbrücke erreicht. Bis zur Fertigstellung des Bauwerks sind jedoch weitere Bauabschnitte erforderlich. Auch in den kommenden Projektphasen werden anspruchsvolle Logistik- und Transportleistungen gefragt sein – Aufgaben, für die der Schwerlasthafen Rendsburg optimale Voraussetzungen bietet.

Nahaufnahme eines der Schwerlastmodule mit seinen zahlreichen Rädern unter dem Mittelstück der neuen Rader Hochbrücke
Luftaufnahme: Der Ponton ist quer im Nord-Ostsee-Kanal positioniert. Parallel dazu steht das Mittelstück der Brücke auf der Hafenfläche und wird mittels Schwerlastmodule auf den Ponton verladen
Luftaufnahme des Verladevorgangs. Ein Drittel der Brücke steht bereits sicher auf dem Schwimmponton.
Mehr als die Hälfte des 118 Meter langen Brückenteils steht auf dem Ponton.
Luftaufnahme: Das Brückenteil ist vollständig auf dem Ponton verladen.
Wirtschaftminister Madsen und WFG-Geschäftsführer Lass stehen in Warnwesten und mit Schutzhelm vor einer großen Halle mit der Aufschrift "Rendsburg Port"